Ausbildungsunterhalt für ein volljähriges Kind

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass ein volljähriges Kind Ausbildungsunterhalt für eine Erstausbildung auch dann erhalten kann, wenn es diese erst nach 3-jähriger Verzögerung durch Praktika und Aushilfstätigkeiten begonnen hat. Der Bundesgerichtshof hat deutlich gemacht, dass auch eine 3-jährige Verzögerung der Aufnahme einer Erstausbildung noch der Obliegenheit des Kindes entsprechen kann, seine Ausbildung planvoll und zielstrebig aufzunehmen. Bewerber mit schwachem Schulabgangszeugnis seien, so der Bundesgerichtshof, verstärkt darauf angewiesen, durch Motivation und Interesse an dem Berufsbild zu überzeugen. Dies ist u.a. auch durch vorgeschaltete Berufsorientierungspraktika oder mittels eines Einstiegs über eine zunächst ungelernte Aushilfstätigkeit möglich. Die Aufnahme solcher Beschäftigungsverhältnisse bedeute jedenfalls dann keine nachhaltige Obliegenheitsverletzung des Kindes, wenn es dem Ziel diene, einen Ausbildungsplatz zu erhalten.